Der Landesverband Hospiz NÖ stellt unter dieser Rubrik „Wissensschatz“ aktuelle Artikel, Bücher und Buchkapitel mit Themen rund um die Versorgung von Menschen und Familien mit hospizlichen oder palliativen Bedarf vor und zur Verfügung.
Ergänzt 03/2026
Die prospektive deutsche Observationsstudie von Köppen et al. (2026) widmet sich der Situation von Palliativpatientinnen und -patienten im rettungsdienstlichen Einsatz. Dabei wird insbesondere die Problematik aufgegriffen, dass in solchen Situationen häufig Behandlungen durchgeführt werden, die nicht dem dokumentierten oder mutmaßlichen Patientenwillen entsprechen. Dies kann nicht nur die Lebensqualität der Betroffenen beeinträchtigen, sondern auch zusätzliche Belastungen für Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörige mit sich bringen. Viele Betroffene äußern den Wunsch, in der letzten Lebensphase in Würde und entsprechend ihren individuellen Vorstellungen behandelt zu werden.
Thieme E-Journals – Zeitschrift für Palliativmedizin / Abstract
Die von Romão et al. (2026) publizierte phänomenologische Untersuchung richtet den Blick auf die Palliativversorgung als zentralen Bestandteil der Gesundheitsversorgung, die durch multidisziplinäre Teams erbracht wird. Diese Teams unterstützen Patientinnen und Patienten sowie deren Familien umfassend in physischen, psychosozialen und existenziellen Belangen insbesondere bei schweren Erkrankungen. Während bereits verschiedene Aspekte der beruflichen Identität von Palliativfachkräften untersucht wurden, bleiben die existenziellen Dimensionen dieser Identitätsbildung bisher weitgehend unerforscht. Die Studie beleuchtet damit, was es für Fachkräfte tatsächlich bedeutet, in diesem anspruchsvollen Arbeitsfeld tätig zu sein und Menschen in existenziellen Lebenssituationen professionell zu begleiten.
Ergänzend zeigt eine schwedische Studie, dass Pflegekräfte in der Palliativpflege vor besonderen emotionalen Herausforderungen stehen, insbesondere in vertraulichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten am Lebensende. Reflexion und professionelle Unterstützung helfen ihnen, diese Herausforderungen zu bewältigen und eine personenzentrierte Pflege zu fördern, indem sie den Betroffenen ermöglichen, ihre inneren Gedanken und Wünsche auszudrücken. Damit verdeutlicht auch diese Untersuchung die zentrale Bedeutung professioneller Begleitung, emotionaler Kompetenz und Unterstützung von Fachkräften für die Qualität der Palliativversorgung.
Ergänzt: 12/2025

