JA zum Leben bis zuletzt

Als Hospizbewegung ist es unsere zentrale Aufgabe ein Leben bis zuletzt lebenswert und in bester Lebensqualität, dem Willen des Betroffenen entsprechend, zu ermöglichen. Die Entscheidung des VfGH und die noch ausstehende gesetzliche Regulierung zum assistierten Suizid beschäftigen uns sehr. Als Landesverband Hospiz NÖ haben wir an der Stellungnahme zum aktuellen Diskussionsprozess über eine gesetzliche Regulierung des assistierten Suizids von Dachverband Hospiz Ö und der Österreichischen Palliativgesellschaft mitgearbeitet. Der Schutz vulnerabler Gruppen und die Verhinderung von Missbrauch stehen im Vordergrund der gemeinsamen Formulierung. Wie auch immer das Gesetz aussehen wird – es wird den Gesundheits- und Sozialbereich verändern!

Wir müssen uns als Gesellschaft mit dem Thema auseinandersetzen, aber auch als Einzelperson mit der uns eigenen Lebenserfahrung und dann auch noch in unseren unterschiedlichen Rollen: als Träger, als Mitarbeiter*in in einem Team, usw.
Als Landesverband bieten wir eine Veranstaltungsreihe unter dem Titel „Dialogreihe zum assistierten Suizid“ an, die dabei unterstützen soll:

  • am 28.6. wird Dr. Michael Halmich die Grundsatzinformationen zur aktuellen Situation und die rechtlichen Aspekte in einem Fachimpuls beleuchten
  • am 13.9. wird Gabriele Pachschwöll, MSc die Sicht der Pflege in den Fokus nehmen
  • am 6.10. wird uns Mag. Werner Mühlböck bei der Enquete berichten welche Erfahrungen er in der Rolle der Geschäftsführung im Landesverband Tirol gemacht hat
  • in den weiteren Terminen im November, Jänner, März und Mai 2022 wollen wir die Sichtweisen von Medizin, Sozialer Arbeit, Psychologie und Trauerbegleitung beleuchten, denn bis dahin sollte der Gesetzesentwurf, bzw. das neue Gesetz dann schon bekannt sein. Erst dann kann man konkrete Schritte und Vorgehensweisen diskutieren.

Als Hospizbewegung setzen wir uns für eine optimale Hospiz- und Palliativversorgung in den Einrichtungen des Gesundheitswesens ein. Wenn Menschen einen Todeswunsch äußern, so ist das oft ein Hilfeschrei und es ist ein Ausdruck von existenziellem Leid. Dieser Wunsch ist ernst zu nehmen und für uns in der Hospizbewegung eine Aufforderung, um in einen Dialog zu gehen. Werner Mühlböck, Leiter der Arbeitsgruppe im Dachverband, formuliert es so: „Wir beteiligen uns an einer guten Entwicklung der Sorgekultur in unserem Land. Dabei werden wir auch künftig eine Grenze nicht überschreiten: Die Beteiligung am Töten.“ (in der Tiroler Tageszeitung vom 24./25.4.2021).