-> und was hat Lebens-, Sterbe- und Trauerbegleitung damit zu tun?
Den Begriff „schön“ gebrauchen wir im Alltag oft sehr oberflächlich. Man denke an die Reichen und Schönen, an das oberflächlich Schöne in mehr oder weniger sozialen Medien.
Andererseits gibt es auch einen tieferen Begriff des Schönen. Dann ist das Traurige, das Schreckliche, das Melancholische ein Teil davon. So wird ein Begräbnis oft schön und gleichzeitig traurig empfunden. Oder das Dabeisein bei den letzten Atemzügen im Sterben. Ein Sonnenuntergang ist über alle Maßen unbeschreiblich schön – und stimmt uns melancholisch. Die ungeheuerliche Existenz der Welt, wenn wir dessen bewusst werden, erhebt uns und lässt uns unaussprechliche Schönheit erfahren – und das Vergängliche, Endliche dabei schmerzt.
In der Philosophie gilt das Schöne beispielsweise als das sinnliche Erscheinen des Guten, des Göttlichen, das Berühren des Geheimnisses des Lebens, für das es keine angemessene Sprache gibt. Der Schönheit der einfachen Dinge (Farben des Lichts, Geschmack des Wassers, Frische des Atmens) werden wir oft erst im Licht der Endlichkeit gewahr – und dann staunen wir.
In der Hospizarbeit, der Begleitung sterbender und trauernder Menschen oder auch in eigener Betroffenheit machen wir tiefgreifende existenzielle Erfahrungen. Diesen wollen wir im Austausch und in Auseinandersetzung mit Impulsen und Textauszügen aus der Philosophie zum Schönen nachgehen. Was bedeutet das alles? Was erleben wir? Wo sind aber auch die Grenze des Schönen? Welche Lebenshaltung und Haltung für die Begleitung anderer ergibt sich daraus?
Es braucht keine Vorkenntnisse, die Texte werden verständlich für alle aufbereitet – nur die Bereitschaft die eigene Erfahrung im Lichte großer Deutungen der Philosophie zu erzählen und zu reflektieren.
Die Teilnehmer*innen erwartet ein Workshop mit Impulsen, Dialogen und Texten.
Referent: Assoz. FH-Prof. Dr. Patrick Schuchter, MPH
Patrick Schuchter ist Philosoph, Krankenpfleger und Gesundheitswissenschaftler. Er arbeitet in der Forschung am Zentrum für Angewandte Pflegeforschung der Hochschule Campus Wien. Er beschäftigt sich allgemein mit praxisorientierter Forschung und Bildung im Kontext von Palliative Care, mit politischen, ethischen und philosophischen Grundsatzfragen zu Pflege und Sorge in der modernen Gesellschaft. Als Philosophischer Praktiker lädt er gerne zum gemeinsamen Denken ein.

