Hospizkultur und Palliative Care für Menschen mit Behinderungen (MiB)
Wahrung der Selbstbestimmung am Lebensende
Die letzte Lebensphase ist für betroffene Personen, An- und Zugehörige wie auch für Mitarbeitende eine besondere Situation. In der Behindertenhilfe bringt die Begleitung von Menschen in ihrer letzten Lebensphase spezielle Herausforderungen mit sich. Der Alltag in den Einrichtungen ist von Zeitmangel und steigenden Pflegeanforderungen geprägt. Viele Bewohner*innen möchten in ihrer vertrauten Umgebung bleiben, doch die komplexen Anforderungen konterkarieren diesen Wunsch. Menschen mit geistiger Beeinträchtigung haben, wie in der UN-Behindertenrechtskonvention verankert, ein Recht auf würdevolles Sterben und professionelle Begleitung.
Der Landesverband Hospiz Niederösterreich bietet Organisationen der Behindertenhilfe sowohl qualifizierte Fortbildungen für Mitarbeitende als auch fachliche Begleitung bei der Implementierung der Initiative HPC MIB an. Ziel der Initiative ist es, eine qualitativ hochwertige und nachhaltige Hospizkultur und Palliativversorgung in Einrichtungen der Behindertenhilfe zu verankern. Ehrenamtliche Hospizbegleiter*innen unterstützen betroffene Personen. Der spezielle Aufbaukurs für ehrenamtliche Hospizbegleiter*innen mobiler Hospizteams stärkt Sicherheit in der Kommunikation, vertieft das Verständnis für das Lebensumfeld von Menschen mit Behinderungen und trägt zu einer qualitätsvollen Begleitung im Sterbe- und Trauerprozess bei.
Initiative HPC MIB
Die Initiative Hospizkultur und Palliative Care für Menschen mit Behinderungen (HPC MiB) schafft die Grundlage dafür, Hospiz- und Palliativversorgung wirksam und dauerhaft in den Strukturen der Behindertenhilfe zu verankern. Ein klar strukturierter Implementierungsprozess verbindet Change-Management mit gezielter Fort- und Weiterbildung und stärkt damit verantwortliche Personen in ihrer Rolle. Durch die Einrichtung einer Entwicklungsgruppe, die Benennung von Palliativbeauftragten und den Aufbau einer interdisziplinären Palliativgruppe entstehen tragfähige Multiplikator*innenstrukturen innerhalb der Organisation.
Organisationsstrukturen, Abläufe und Kommunikationswege werden so weiterentwickelt, dass neue Kompetenzen sicher in den Arbeitsalltag integriert und langfristig gelebt werden. Im Anschluss an die Implementierungsphase unterstützt eine nachhaltige Umsetzungsphase mit regelmäßigen Reflexions-, Vernetzungs- und Weiterbildungsangeboten die kontinuierliche Weiterentwicklung. Der Landesverband Hospiz NÖ stärkt die Träger dabei mit fachlicher Expertise und einer klaren, lösungsorientierten Prozessbegleitung.
Fortbildung für Mitarbeitende der Behindertenhilfe
Der Landesverband Hospiz NÖ bietet Fortbildungen für in der Behindertenhilfe tätige Personen an, die darauf abzielen, Einblicke in Hospiz und Palliativ Care zu bekommen, frühzeitig den Bedarf an palliativer Betreuung erkennen zu können, passende Unterstützungsangebote zu nutzen und die richtigen Ansprechpartner*innen zu finden. Diese Fortbildungen finden im Bildungshaus St. Hippolyt in St. Pölten statt. Ab 2027 kann die achtstündige Fortbildung zusätzlich als Inhouse-Angebot für Teams in der eigenen Einrichtung gebucht werden.
Aufbaukurs für ehrenamtliche Hospizbegleiter*innen
Ehrenamtliche Hospizbegleiter*innen leisten einen wichtigen Beitrag bei der Begleitung von Menschen mit Behinderungen in ihrer letzten Lebensphase. Ein spezieller Aufbaukurs des Landesverbandes Hospiz NÖ für ehrenamtliche Hospizbegleiter*innen der mobilen Hospizteams stärkt die Sensibilität in der Begleitung und in der Kommunikation, vertieft das Verständnis für das Lebensumfeld der Betroffenen und verbessert die Unterstützung im Sterbe- und Trauerprozess.
Team miB Landesverband Hospiz NÖ
Petra Haller, MSc
Dipl. Gesundheits- und Krankenpflegerin
Fachbereichsleitung Hospiz & Palliative Care in der allg. Gesundheits- und Sozialversorgung inkl. der Initiativen HPCPH & MiB
Expertin Hospiz & Palliative Care