VSD Vorsorgedialog®, Vorsorge- und Informationsgespräche

 

Vorausschauende Planungsgespräche

Selbstbestimmung bis zuletzt

Das vorausschauende Planungsgespräch ist ein zentrales Instrument für Einrichtungen der stationären Pflege und Betreuung, mobile Krankenpflegedienste sowie Arztpraxen, um die Wünsche und Bedürfnisse von Bewohner*innen und Patient*innen für die letzte Lebensphase frühzeitig zu erfassen und zu dokumentieren.

Zielsetzung von vorausschauenden Planungsgesprächen

Ziel ist es, die Selbstbestimmung der betroffenen Person auch in Situationen zu wahren, in denen sie ihren Willen nicht mehr selbst äußern kann. Vorausschauende Planungsgespräche schaffen Orientierung und tragen bei fachgerechter Durchführung wesentlich zur Rechtssicherheit für alle Beteiligten bei. Sie ermöglichen klare Entscheidungsgrundlagen in komplexen Situationen und entlasten sowohl Betreuungsteams als auch An- und Zugehörige.

Zu den vorausschauenden Planungsgesprächen zählen insbesondere der VSD Vorsorgedialog® sowie Vorsorge- und Informationsgespräche.

Der Vorsorgedialog® ist ein strukturierter, methodisch klar definierter Gesprächsprozess. Er findet unter Einbeziehung von Ärzt*innen, Pflegefachkräften und auf Wunsch auch  An- und Zugehörigen statt. Die beteiligten Fachpersonen sind speziell dafür geschult. Der Vorsorgedialog® ist im österreichischen Erwachsenenschutzgesetz verankert und bietet dadurch eine hohe Verbindlichkeit und rechtliche Absicherung. Vorsorge- und Informationsgespräche hingegen folgen keinem einheitlich vorgegebenen Ablauf. Der Rahmen wird von den jeweiligen Organisationen individuell entwickelt und gestaltet.

 

Gestaltung und Durchführung

Im Mittelpunkt dieser Gespräche stehen die individuellen Vorstellungen zum Lebensende. In einem professionell begleiteten, dialogischen Prozess werden persönliche Werte, Wünsche und Grenzen besprochen und festgehalten. Dabei werden auch sensible und herausfordernde Themen wie künstliche Ernährung (z. B. Sondennahrung), Krankenhausaufenthalte, diagnostische Maßnahmen oder Reanimationsentscheidungen offen angesprochen. Die Gespräche erfolgen durch Fachpersonen und orientieren sich an den Bedürfnissen und dem Tempo der betroffenen Person. Da sich Wünsche und Einstellungen im Laufe der Zeit verändern können, ist es wesentlich, vorausschauende Planungsgespräche regelmäßig zu überprüfen und bei Bedarf anzupassen. Die betroffene Person kann ihre Entscheidungen jederzeit ändern oder widerrufen. Maßgeblich ist stets der zuletzt geäußerte Wille.

Ist eine Person nicht mehr entscheidungsfähig, wird der mutmaßliche Wille im interprofessionellen Betreuungsteam gemeinsam mit Angehörigen oder nahestehenden Personen ermittelt. Dabei werden frühere Äußerungen, dokumentierte Wünsche sowie Beobachtungen aus der bisherigen Betreuung berücksichtigt – sowohl aus der Zeit vor als auch während der Erkrankung, etwa in der Pflegeeinrichtung oder im häuslichen Umfeld.

Vorausschauende Planungsgespräche leisten damit einen wichtigen Beitrag zu einer personenzentrierten, würdevollen und qualitativ hochwertigen Begleitung am Lebensende.

Petra Haller, MSc

Projektleitung HPCPH & MiB
Expertin Hospiz & Palliative Care

0676 32 32 32 4 p.haller@hospiz-noe.at

Christine Zeiner, MSc

Koordinatorin HPCPH
Expertin Hospiz & Palliative Care

0664 836 86 97 c.zeiner@hospiz-noe.at

Bibiana Radakovits, MSc

Projektmitarbeiterin HPCPH & Projektmanagement

0676 560 92 91 b.radakovits@hospiz-noe.at 

Weiterführende Informationen DV Hospiz Ö:

Langfassung

Kurzfassung

Einfachversion-VSD-Vorsorgedialog-April-2019

Österreichische Ärztekammer:
Mit freundlicher Erlaubnis der Österreichischen Ärztekammer dürfen wir den Beitrag zum Vorsorgedialog in der Österreichischen Ärztezeitung 18 vom 25.9.2020 veröffentlichen. (Autorin ist Sophie Niedenzu)

Für weitere Informationen oder Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.