Qualitätsstandards Mobiles Kinder-Palliativteam

Die Qualitätsvorgaben für das Leistungsangebot von Kinderpalliativteams sind bundesweit über das Hospiz- und Palliativfondsgesetz (2022) definiert. Darüber hinaus werden im Landesgesetz rechtliche Grundlagen für die mobile pädiatrische Hospiz- und Palliativversorgung getroffen.
In Niederösterreich sind 4 mobile Kinderpalliativteams sogenannte KI-JU-PALL Teams aktiv. Hier sind die spezifizierten Qualitätsvorgaben für die mobilen Kinderpalliativteams in Niederösterreich zu finden:
Angebot
In Niederösterreich stehen vier Ki-Ju-PALL-Teams an den Standorten Melk, Mödling, Wiener Neustadt und Tulln zur Verfügung. In klar definierten Zuständigkeitsbereichen betreuen sie sämtliche Regionen des Bundeslandes und sind dabei aufsuchend tätig.
Zielgruppe
- Pädiatrische Palliativpatientinnen und -patienten sowie deren Eltern, Geschwister und weitere An- und Zugehörige
- Familien pädiatrischer Palliativpatientinnen und -patienten insbesondere Eltern, Geschwister
- Weitere An- und Zugehörige.
- (Professionell) Betreuende werden auf Anfrage hinsichtlich einer umfassenden palliativen und hospizlichen Versorgung beraten.
Auftrag und Zielsetzung
Ziel ist das frühzeitige Erkennen und Lindern vielfältiger Symptome und Belastungen, um die bestmögliche Lebensqualität für pädiatrische Palliativpatientinnen und -patienten sowie ihr Umfeld vor Ort zu sichern.
Leistungsangebot
Erstkontakt und Abklärung
- Erhebung der aktuellen Patientensituation
- Bei Aufnahme in die Betreuung: Gespräch mit pädiatrischen Palliativpatientinnen und -patienten, deren Eltern sowie weiteren An- und Zugehörigen
- Bei Nichtaufnahme: Information und Beratung zu möglichen Versorgungsangeboten
- Durchführung von Beratungen, Konsilen und Helferkonferenzen im institutionellen Setting (intra- und extramural, z. B. Krankenhaus, Pflege- und Betreuungseinrichtungen, Therapiezentren) für Palliativpatientinnen und -patienten, die nicht in die Betreuung eines mobilen Kinderpalliativteams stehen.
Medizinische, pflegerische, therapeutische und psychosoziale Leistungen
- Beratung und Anleitung der pädiatrischen Palliativpatientinnen und -patienten, z. B. zu Schmerztherapie, Symptomkontrolle, psychosozialen Fragestellungen sowie zur Entscheidungsfindung
- Durchführung medizinischer, pflegerischer, therapeutischer und/oder psychosozialer Interventionen im palliativen Kontext – nach Möglichkeit in Abstimmung mit den Primärbetreuenden bzw. wohnortnahen Betreuungsinstitutionen
- Rufbereitschaft: 16 Stunden täglich an 7 Tagen pro Woche telefonische Erreichbarkeit eines Teammitglieds (DGKP und/oder Ärztin/Arzt) für Patientinnen und Patienten, deren Eltern, weitere An- und Zugehörige sowie betreuendes Personal; in Notsituationen (Notfallplan) für einzelne Patientinnen und Patienten, gegebenenfalls mit angestrebter Ausfahrtmöglichkeit
- Entlastungspflege in Krisensituationen oder bei fehlender Verfügbarkeit eines pädiatrischen Pflegedienstes
- Perinatale Beratung, Begleitung und Betreuung
- Planung, Organisation und Durchführung multiprofessioneller Fallbesprechungen, Helferkonferenzen und ethischer Fallkonsile
- Konsiliarische Tätigkeit für Krankenhäuser sowie Pflege-, Betreuungs- und sozialpädagogische Einrichtungen
Beratung, Unterstützung, Organisation in Bezug auf (weitere) Betreuung
- Vermittlung von und Beratung zu Entlastungspflege
- Nahtstellenmanagement insbesondere zwischen stationärer und mobiler Betreuung (Brückenfunktion)
- Unterstützung in Transitionsprozessen zwischen pädiatrischer Versorgung und Erwachsenenbereich
Begleitung und Betreuung An- und Zugehöriger
- psychosoziale Unterstützung der Eltern, der Geschwister sowie weiterer An- und Zugehöriger pädiatrischer Palliativpatientinnen/-patienten
- perinatale Beratung und Begleitung
- Beratung und Anleitung von Eltern, Geschwistern sowie An- und Zugehöriger pädiatrischer Palliativpatientinnen/-patienten, z. B Symptommanagement, psychosozialen, existenzsichernden und sozialrechtlichen Fragestellungen (z. B. Pflegegeld, Familienhospizkarenz, Pflegekarenz)
Spirituelle Begleitung und Trauerbegleitung
- Begleitung am Lebensende und in der Sterbephase bis zur Bestattung
- Trauergespräche und ggf. Vermittlung von Angeboten der Trauerbegleitung
Indirekt patientenbezogene Leistungen
- Vernetzung mit Systempartnern
- Beratung und Anleitung von Systempartnern ( z. B. in Schmerztherapie, Symptomkontrolle sowie bei psychosozialen, existenzsichernden und sozialrechtlichen Fragestellungen)
- Anleitung und Schulung von Praktikantinnen und Praktikanten
- Durchführung externer Bildungstätigkeit
- Qualitätsentwicklung und -sicherung (z. B. Supervision, Mitarbeiterfortbildung)
- interprofessionelle digitale Dokumentation
- Öffentlichkeitsarbeit
Hier geht es zur HosPal-Broschüre der Gesundheit Österreich GmbH mit der umfassenden Beschreibung der Qualitätsvorgaben: