Hospiz & Palliative Care für DICH & MICH
Was bedeutet Palliative Care?
Pallium – lateinisch Mantel
Palliation (palliative Behandlung oder Betreuung) ist der Fachausdruck für eine lindernde Behandlung im Gegensatz zur kurativen (heilenden) oder prophylaktischen (vorbeugenden) Behandlung. Dazu gehören die palliative Medizin und Gesundheits- und Krankenpflege und die psychosoziale und seelsorgerliche Behandlung und Betreuung.
Nach den Definitionen der Weltgesundheitsorganisation (2022) ist Palliative Care „ein Ansatz zur Verbesserung der Lebensqualität von Patienten und ihren Familien, die mit Problemen konfrontiert sind, welche mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung einhergehen. Dies geschieht durch Vorbeugen und Lindern von Leiden durch frühzeitige Erkennung, sorgfältige Einschätzung und Behandlung von Schmerzen sowie anderen Problemen körperlicher, psychosozialer und spiritueller Art.“
Nicht die Verlängerung der Überlebenszeit um jeden Preis, sondern die Lebensqualität, also die Wünsche, Ziele und das Befinden des Patienten stehen im Vordergrund der Behandlung.
Palliativmedizin bejaht das Leben und ist gegen die Verkürzung des Lebens, allerdings auch gegen sinnlose Therapieversuche, die den Patienten belasten und verhindern, dass der Patient die verbleibende Lebenszeit optimal nutzen kann. Nicht dem Leben mehr Tage, sondern den Tagen mehr Leben geben!
Definition von Palliativversorgung der IAHPC
Die Entwicklung
Die Linderung des Leidens und die Unterstützung von Patientinnen und Patienten ist inhärenter Teil der Gesundheitsversorgung. Die modernen Entwicklungen in der Medizin brachten Änderungen in der Betreuung von Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenen unheilbaren Erkrankungen mit sich.
Moderne medizinische Maßnahmen werden auch bei geringen Erfolgschancen angeboten und ziehen dabei diverse und komplexe Symptomlagen bei geringen Erfolgsaussichten nach sich. In der Vergangenheit wurden dabei Patientinnen und Patienten mit ihren Symptomen, Ängsten und Sorgen rund um ein mögliches Sterben und dem Tod alleine gelassen.
Vor diesem Hintergrund wurde 1967 von Cicely Saunders in London das St. Christopher Hospiz gegründet, das die Keimzelle von Hospiz & Palliative Care darstellt.
Der Begriff Palliative Medicine wurde von dem kanadischen Arzt Balfour Mount geprägt. Die von ihm geleitete Station am Royal Victoria Hospital in Montreal trug als erste die Bezeichnung Palliative Care Service.
Prinzipien der Palliative Care (nach Cicely Saunders)
Die Behandlung von Patientinnen und Patienten erfolgt in der Umgebung ihrer Wahl (ambulant, stationär, zuhause, Pflegeheim o. a.) unter Berücksichtigung nachfolgender Prinzipien:
Die physischen, psychischen, sozialen und spirituellen Bedürfnisse von Patientinnen und Patienten, An- und Zugehörigen stehen im Mittelpunkt des multiprofessionellen Behandlungsteams (ganzheitlicher Ansatz).
- Gigh person & low technology, d. h. das Menschliche tritt in den Vordergrund, das medizinisch mit viel technischem Aufwand Machbare in den Hintergrund
- Ziel der palliativen Therapie ist die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten sowie ihrer An- und Zugehöriger
- Individuelle Behandlung jedes Patienten im multidisziplinären Team
- Offenheit und Wahrhaftigkeit als Grundlage des Vertrauensverhältnisses zwischen allen Beteiligten
- Symptomkontrolle (Schmerzen, Durst, Luftnot u. a. Symptome) durch Spezialistinnen und Spezialisten
- fachliche fundierte Palliativpflege durch speziell geschulte Gesundheits- und Krankenpflegepersonen
- Integration ehrenamtlicher Hospizbegleitung in das Versorgungskonzept
- Kontinuierliche Betreuung von Patientinnen und Patienten sowie ihrer An- und Zugehöriger bis zum Tod bzw. in der Trauerzeit
- Bejahung des Lebens, Akzeptanz von Sterben und Tod als Teil des Lebens. Der Tod wird weder beschleunigt noch hinausgezögert.
- Aktive Sterbehilfe wird strikt abgelehnt
- Forschung, Dokumentation und Auswertung von Behandlungsergebnissen als zentraler Wert für eine qualitativ hochstehende Palliativversorgung
- Unterricht und Ausbildung von Fachkräften und ehrenamtlich Tätigen